Die Lücke zwischen Technologievalidierung und erster institutioneller Finanzierung ist in der Energieinfrastruktur größer als in jedem anderen Technologiesektor. Pre-Seed-Kapital spielt hier eine andere, oft unterschätzte Rolle.
Ein Softwareunternehmen kann vom ersten Commit bis zum Produkt in drei Monaten gelangen. Ein Energie-Hardware-Unternehmen, das eine neue Turbinen- oder Elektrolysetechnologie entwickelt, braucht typischerweise fünf bis acht Jahre bis zur Netzanschlussreife — und muss dabei Kapital für Prototypenentwicklung, Prüfstandstests, Pilotanlagen, technische Dokumentation und Zertifizierungsaudits aufbringen, bevor die erste Anlage ans Netz gehen darf.
Institutionelle Venture-Capital- und Infrastrukturfonds, die typischerweise ab Serie A oder Projektfinanzierung investieren, benötigen erste Betriebsdaten und eine klare Zertifizierungsstrategie. Das ist verständlich — aber es entsteht eine strukturelle Lücke: Die Phase zwischen dem Ende der Technologieentwicklung im Labor und dem Zeitpunkt, zu dem ein Startup für Serie-A-Investoren interessant wird, umfasst zwölf bis vierundzwanzig kritische Monate, für die kaum spezialisiertes Kapital verfügbar ist.
Normen wie IEC 61400 (Windturbinen) oder die Anforderungen der jeweiligen Netzanschlussverordnung haben die Zulassungsanforderungen erheblich verschärft. Betriebsdaten, die noch nach älteren Normfassungen erhoben wurden, reichen für aktuelle Zertifizierungen oft nicht mehr aus.
Für ein Startup, das von Anfang an normkonform entwickelt, bedeutet es: Der regulatorische Graben, den man in der Pre-Seed-Phase aufbaut, ist real. Wettbewerber können ihn nicht einfach umgehen.
Wie bewertet man ein Energie-Technologieunternehmen ohne Umsatz, ohne Betriebsdaten, manchmal ohne marktfähigen Prototyp? Ventren orientiert sich an vier Kriterien:
1. Technologische Differenzierung: Gibt es einen echten Kern-IP, der nicht trivial replizierbar ist?
2. Technische Notwendigkeit: Ist das adressierte Problem klar definiert und der Marktbedarf ausreichend groß?
3. Zertifizierungspfad: Ist ein realistischer Weg zur Typenprüfung und Netzanschlussgenehmigung erkennbar?
4. Teamqualität: Hat das Gründerteam die nötige Kombination aus technischem Verständnis und Projekterfahrung?
Unsere Erstinvestitionen liegen typischerweise zwischen 500.000 und 4 Millionen Euro, mit Pro-rata-Rechten für Folgerunden.
Energie-Startup in der Frühphase?
Ventren investiert Pre-Seed-Kapital in Windkraft, Photovoltaik, grünen Wasserstoff und grünes Ammoniak in Europa.
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